Haushaltshygiene

Haushaltshygiene

Haushaltshygiene

• Unter Haushaltshygiene versteht man die Summe aller Maßnahmen, die zum Ziel haben, neue Erkrankungen und deren Weitergabe im häuslichen Umfeld zu vermeiden oder diesen vorzubeugen.
• Der Ausbruch einer Infektionskrankheit hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Anwesenheit und Pathogenität der Mikroorganismen, der Infektionsdosis, der Wirtsempfänglichkeit gegenüber dem pathogenen Organismus, dem Infektionsweg, den Klimabedingungen und der Anzahl der im Haushalt Lebenden.

Risikogruppen in einem Haushalt

Babies
• Geschirr, Kochlöffel, Fläschchen und Sauger müssen gut gereinigt und abgekocht werden.
• Viele Mütter schlecken den Schnuller ab, bevor sie ihn dem Baby geben (Soor)

Ältere und kranke Menschen
• Aufgrund der altersbedingten Veränderungen im Immunsystem, aber auch Problemen wie z.B. Inkontinenz, sind ältere Menschen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.
• Die Inkontinenz erfordert eine sorgfältige Wäschehygiene, um Kreuzkontaminationen ausschließen zu können.

Haustiere
• Auch wenn die Tiere gesund sind, können sie als Überträger von Salmonella, Campylobacter und Toxoplasma gondii fungieren.
• Besonders Katzen und Hunde können mit ihren Pfoten Krankheitserreger ins Haus schleppen und in der Küche Oberflächen für Lebensmittelzubereitung und den Fußboden kontaminieren.

Schwangere
• Durch Infektion mit einem dieser Erreger kann es zu irreversiblen Schäden am ungeborenen Fetus, zu Schäden an der Gesundheit der Mutter oder zum Abortus kommen. Besonders gefährlich für Schwangere sind Haustiere, die Überträger der Toxoplasmose sein können.

• Fleisch- und Fischgerichte sind vollständig durchzukochen.
• Rohmilch ist abzukochen und Faschiertes nicht roh zu essen.
• Schwangere sollten zusätzlich auf den Genuss von Rohmilchprodukten wie Weichkäse und den Verzehr von Käserinde verzichten.

Menschen mit geschwächtem Immunsystem als Risikogruppe
• Krebspatienten sind aufgrund ihrer Grundkrankheit selbst und besonderes nach von Chemotherapien, die das Immunsystem massiv unterdrücken, einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.
• Personen, die frisch aus dem Spital entlassen wurden (insbesondere Transplantationspatienten) bedürfen ebenfalls einer besonderen Pflege in Hinsicht auf die Hygiene ihres Umfeldes.

Sick-Building-Syndrom (SBS)
• Atemwegsbeschwerden
• Schleimhautreizungen
• Heiserkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit
• Konzentrationsstörungen, depressive Zustände, allergische Hautreaktionen
• verminderte Leistungsfähigkeit, allgemeines Unbehagen
• Inhalationsallergien wie Dauerschnupfen und asthmatische Beschwerden

Ursachen
• Ursache des SBS sind giftige Ausdünstungen aus verschiedenen Baumaterialien und Möbeln.
• Weiteres stammen ein Großteil der mit der Luft transportierten Allergene von Schimmelpilzen, Milben, diversen Haustieren und Pflanzen.
• Sie werden über die Atemwege aufgenommen und können zu Infektionen oder allergischen Reaktionen führen.

über 4000 Inhaltsstoffe, davon mehr als 40 krebserregend:
• Chlor
• Hydrazin
• Stickoxide
• Teer
• Benzapyrene
• Benzol
• Nitrosamine
• Vinylchlorid
• Aldehyde
• Schwefelwasserstoff
• Arsen
• Cadmium
• Nickel
• Blei
• Aluminium
• Chrom
• ionisierende Strahlung
• Blausäure
• Ammoniak
• .....

Zu den Tabak assoziierten Erkrankungen zählen:
30% aller Krebstodesfälle sind auf das Rauchen zurückzuführen:
• Lunge
• Mundhöhle
• Speiseröhre
• Magen
• Bauchspeicheldrüse
• Kehlkopf
• Harnblase
• Anus
• Vulva
• Penis
• Muttermund
• Nieren
• Best. Form der Leukämie

Zu den Tabak assoziierten Erkrankungen zählen:
• Pneumonie
• Leberzirrhose
• Brustkrebs
• Leberkrebs
• periphere Gefäßerkrankungen („Raucherbein“)
• M. Crohn
• Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
• Osteoporose
• Parodontitis, häufigerer Zahnverlust
• Grauer Star


Abfall- und Bodenhygiene

Abfallarten
• Hausmüll
• hausmüllähnlicher Abfall
• industrielle und gewerbliche Abfälle
• Sondermüll
• Sperrmüll
• biogener Abfall

Abfallwirtschaft
• Abfallwirtschaft regelt alle Maßnahmen, die den Abfall betreffen. Man versteht darunter die Abfallvermeidung, -verwertung, -entsorgung und -endbeseitigung.
• Für die Abfallbeseitigung der nicht verwertbaren Abfälle stehen die Kompostierung mit landwirtschaftlicher Verwertung, die Abfallvergärung mit Biogasgewinnung, die Verbrennung und die Ablagerung auf einer Deponie zur Verfügung.

Müllverbrennung
• Müllverbrennung ist kein ideales Beseitigungsverfahren, da das Volumen höchstens um zwei Drittel reduziert und die Luft verunreinigt wird.
• Selbst beim Einsatz von Entstaubungsfiltern und einer Abgaswäsche besteht immer noch der Nachteil unerwünschter Belastung der Atmosphäre mit C02.
• Außerdem werden bei den üblichen Temperaturen bestimmte Schadstoffe nicht erstört, sondern lediglich verdampft. Erforderlich für derartige chlororganische Substanzen sind Spezialverbrennungsanlagen mit Temperaturen über 1400°C (Pyrolyse).

Deponie
• Gegen eine geordnete Deponie (mit sofortiger Verdichtung und Abdeckung) ist von hygienischer und ökologischer Seite kein Einwand gegeben, im Gegensatz zur wilden Deponie, die eine bedenkliche Verunreinigung des Grundwassers verursachen kann.
• Gegebenenfalls muss die Deponie gegen den Untergrund abgedichtet und - besonders bei der Ablagerung von industriellem Sondermüll – das Sickerwasser aufgefangen und einer Kläranlage zugeführt werden. Beseitigung des Abfalles aus Krankenhäusern Abfälle, die weder innerhalb noch außerhalb des medizinischen Bereiches eine Gefahr darstellen:

• Hausmüll oder hausmüllähnliche Gewerbeabfälle
• Sperrmüll oder sperrige Abfälle, z. B. Möbel
• Biogene Abfälle, z. B. Blumen, Gartenabfälle
• Straßenkehricht
• Desinfizierte Abfälle, soferne sie nicht aufgrund ihrer Beschaffenheit weiterhin gefährliche Abfälle darstellen
• Altstoffe einschließlich Verpackungsmaterial

Abfälle, die nur innerhalb des medizinischen Bereiches eine Infektions- oder Verletzungsgefahr darstellen können, jedoch nicht wie gefährliche Abfälle entsorgt werden müssen:

Abfälle ohne Verletzungsgefahr
• Wundverbände, Gipsverbände, Stuhlwindeln, Einmalwäsche, Vorlagen, Tampons, Einmalartikel (z. B: Tupfer, Handschuhe, Einmalspritzen ohne Kanüle; Katheter, Infusionsgeräte ohne Dorn), restentleerte Urinsammelsysteme und Infusionsbeutel oder ähnliches, auch wenn diese blutig sind.
• Plasma, Infusionslösungen; Blut und Urin (Abwasser). Bei der Entleerung der Gebinde sind die entsprechenden Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Abfälle mit Verletzungsgefahr:
• Kanülen und sonstige verletzungsgefährdende spitze oder scharfe Gegenstände, wie Lanzetten, Skalpelle und Ampullenreste. Für verletzungsgefährdenden Abfall sind stichfeste Behälter zu verwenden.

Abfälle, die innerhalb und außerhalb des medizinischen Bereiches eine Gefahr darstellen und daher in beiden Bereichen einer besonderen Behandlung bedürfen

• nicht desinfizierte mikrobiologische Kulturen der Risikogruppen 2, 3 und 4 und mit gefährlichen Erregern behafteter Abfall.
• Abfall dieser Gruppe wird entweder noch im Krankenhaus in geeigneter Form desinfiziert und ebenso dem kommunalen Müll zugeführt, oder wird als gefährlicher Abfall in der schwarzen Tonne gesammelt und bei den Entsorgungsbetrieben endbehandelt.

Sonstige, im medizinischen Bereich anfallende Abfälle
wie Arzneimittel (vor allem schwermetallhaltige Arzneimittel, Zytostatika), Desinfektionsmittel, quecksilberhaltige Rückstände wie Thermometer und Amalgam im zahnärztlichen Bereich, Fotochemikalien, Laborabfälle und Chemikalienreste, Körperteile und Organabfälle, Versuchstiere und Kadaver von Tieren sowie Tierkörperteile, tierische Fäkalien, Küchen und Kantinenabfälle, Elektro- und Elektronikgeräte.
• Diese Gruppe wird wie Sondermüll behandelt.

Entsorgung
• Für jede Einrichtung im medizinischen Bereich ist ein Entsorgungsplan zu erstellen. Er ist laufend den jeweiligen Erfordernissen anzupassen.

Jedenfalls muss er enthalten:
• den Namen der für die Einhaltung verantwortlichen Person (Abfallbeauftragter)
• Angaben zur Bereitstellung und Sammlung im Hinblick auf die Endbehandlung
• Angaben zum Transport (Transportwege, Transportmittel, Entsorgungshäufigkeit)
• Der Entsorgungsplan ist den mit der Abfallwirtschaft vertrauten Personen, jeweils für ihren Entsorgungsbereich, nachweislich zur Kenntnis zu bringen.

Allgemeine Entsorgungsrichtlinien
Grundsätzlich sind die Abfälle getrennt bereitzustellen und zu sammeln. Die Trennung von Abfällen mit Infektionsgefahr bzw. anderen Gesundheitsgefährdungen von den hygienisch unbedenklichen Abfällen muss sehr sorgfältig durchgeführt werden.

Bodenhygiene
• Der Boden ist ein Naturkörper, in dem Gestein unter einem bestimmten Klima und einer bestimmten streuliefernden Vegetation durch bodenbildende Prozesse umgewandelt wurde. Die bodenbildenden Prozesse sind Verwitterung, Mineralbildung, Zersetzung und Humusentstehung.
• Menschliche Eingriffe können die Qualität des Bodens beeinträchtigen, zum Beispiel durch Ablagerungen, wilde Mülldeponien, oder Bauschutt.
• Dadurch kann es zu Schadstoffbelastungen und, abhängig von der Toxizität der in Frage kommenden Stoffgruppe, zu Gesundheitsgefahren kommen.

• Ziel der Bodenhygiene ist es, den Boden als Lebensgrundlage und Lebensraum für den Menschen, als Teil des Ökosystems sowie als Grundwasserspeicher zu erhalten und Abfallstoffe so zu entsorgen, dass es nicht zu einer Gesundheitsschädigung für die Bevölkerung und den Einzelnen kommt.

• Geogene oder anthropogene Belastungen des Bodens mit chemischen Schadstoffen können durch Erosionsprozesse mobilisiert werden, durch Auswaschung das Grundwasser verunreinigen oder von Pflanzen aufgenommen werden und somit über die Nahrungskette zu einer indirekten Gesundheitliche Belastungen des Menschen führen.